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Spione im Kinderzimmer

Phone Service Center / 3.3.2017
Spielwaren mit denen Kinder sprechen können, erfreuen sich großer Beliebtheit. Beispielsweise die Taddybären „Cloud Pets“ von Sprial Toys können mit Hilfe einer App mit dem Internet verbunden werden und geben Nachrichten die Eltern in die App eingeben über einen integrierten Lautsprecher wieder. Zudem können über die Teddybären Sprachnachrichten aufgenommen werden. Doch zum Jahreswechsel von 2016 auf 2017 kam es zu einem enormen Datenleck. Die Accounts und Kundendaten befanden sich in einer ungesicherten Datenbank. Hierdurch konnten Hackern auf auf 800 000 Accounts und zwei Millionen Sprachnachrichten zugreifen, sich in die schlecht gesicherten Accounts einloggen und Sprachnachrichten an die Teddybären in Kinderzimmer zu senden.

Ähnlich ist es mit der Spielzeug-Puppe „My friend Cayla“. Die blonde Puppe sieht zwar harmlos aus, ist nach Angaben der Bundesnetzagentur jedoch gefährlich. Denn im Inneren von „Cayla“ befindet sich in eine Deutschland nicht erlaubte Sendeanlage. Grund hierfür ist § 90 des Telekommunikationsgesetzes, welcher den Gebrauch aufgrund von Spionagegefahr verbietet. Diese Puppe ist wie auch der Teddybär von Sprial Toys durch eine App mit dem Internet verbunden und sowohl mit einem Mikrofon als auch einem Lautsprecher ausgestattet. Kinder können „Cayla“ Fragen stellen, sie beantwortet diese mit Hilfe des Internets. Doch auch jedes Bluetooth-Gerät in einem Umkreis von etwa zehn Metern kann eine Verbindung zur Puppe herstellen, das Mikrofon und den Lautsprecher nutzen. Dem Spielzeug wurde offenbar keine Sicherung eingebaut. Steffan Hessel von der Universität des Saarlandes ordnete das Spielzeug aufgrund dieser Umstände laut „Netzpolitik.org“ als verbotet Sendeanlage ein. Dementsprechend müssen Eltern das Gerät vernichten, andernfalls machen sie sich Strafbar. Es droht eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren.

Außerdem ist es wohl kaum im Interesse der Eltern, wenn sich das augenscheinlich so wohl behütete Kind auf einmal über das Spielzeug mit wildfremden Menschen unterhält oder gar Angst eingejagt bekommt. Wer sich heimlich mit dem Teddybär oder der Puppe verbindet und Gespräche im Umfeld damit unbemerkt abhört, kommt auch gerne einmal an die Zugangsdaten fürs Online-Banking oder an andere sensible Daten. Denn vor Kleinkindern machen Eltern aus sowas bekanntlich kein großes Geheimnis.

Diese Umstände führen einem vor Augen, wie vorsichtig mit interaktiven Spielzeugen umgegangen werden sollte. Auch die Vergabe von sicheren Passwörter im Allgemeinen erachten vielen Menschen noch als nicht allzu wichtig. Das Spiel auch eine Rolle beim E-Mail-Postfach oder den Cloud-Zugangsdaten auf dem Smartphone. Denn heutzutage speichern wir viele sensible Daten online ab, die nicht in die Hände Dritter gelangen sollten. Accounts für solche Spielwaren sollten mit einem sicheren Passwort gesichert werden. Wer ganz sicher gehen möchte, dass er nicht „ausspioniert“ wird, sollte wohl ganz auf solche Spielwaren verzichten.